Freitag, 3. Februar 2017

Vor Freude tanzend, nachdenklich weinen - das Leben als Mutti


Heute mal wieder ein Blogpost der etwas anderen Art. Ein bisschen persönlicher, ein bisschen mehr vom Herzen her - ein bisschen mehr MUTTI.

Diese Woche hatte unser Junimädchen ein kleines Jubiläum: ganze sieben Monate ist sie nun schon bei uns. Und wir freuen uns über jede einzelne Sekunde dieser so unerklärlich schnell dahinschwindenden Zeit. Aber an solchen besonderen Tagen überfällt es einen auch manchmal ein bisschen mehr als an anderen. Man blickt zurück auf das was war und versucht sich vorzustellen was noch so alles kommen wird. Man ist unheimlich glücklich und dankbar, macht sich aber gleichzeitig auch Gedanken und stellt viele Dinge in Frage. Vor Freude tanzend, nachdenklich weinen - ein Gefühlschaos vom Feinsten.



 
Vor sieben Monaten hat mich ein kleiner wundervoller Mensch zur Zweifach-Mutti gemacht. Vieles hat sich seitdem verändert in meinem Leben. Vieles ist schöner, manches ein bisschen anstrengender geworden. Ob ich es mir genauso vorgestellt habe, kann ich euch nicht einmal sagen. Ich bin mir nicht sicher ob ich überhaupt irgendwelche konkreten Vorstellungen gehabt habe. 




 
Beim Minimann war das komplett anders. Da habe ich Bücher gelesen, Kurse besucht, Listen erstellt, alle nötigen und unnötigen Dinge Monate im Voraus besorgt, mich im Geburtshaus und zur Sicherheit darüber hinaus auch noch in allen nahegelegenen Krankenhäusern zur Geburt angemeldet, jede Kleinigkeit in mehreren Tagebüchern dokumentiert und mir 24 Stunden rund um die Uhr Gedanken gemacht. 
Beim Junimädchen dagegen war das alles nicht der Fall. Ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht weil man beim zweiten Kind schon so etwas wie Experte in Sachen Muttiwerden ist. Vielleicht aber auch weil neben Mamisein, Ehe, Beruf, Haushalt und dem ganzen anderen Rest nicht mehr so viel Zeit für Tagebücher, Ratgeber und Geburtsvorbereitungskurse bleibt. Vielen Muttis, mit denen ich gesprochen habe, geht es da sehr ähnlich. Sind wir deswegen zu schlechteren Müttern geworden? Haben wir unseren Ehrgeiz verloren?




 
Und auch der Alltag mit dem zweiten Kind ist anders als beim Ersten. Früher hat sich alles um den Minimann gedreht. Die ganze Tagesplanung wurde nach seinem Rhythmus ausgerichtet. Das Junimädchen muss sich dagegen viel zu häufig an unseren Rhythmus anpassen. Den großen Bruder in den Kindergarten bringen und abholen, Arztbesuche, Besorgungen, Freizeitaktivitäten - überall ist sie dabei und das manchmal auch obwohl sie gerade eigentlich eines ihrer Schläfchen machen würde. Großeltern die einem unter die Arme greifen sind weit weg und unser HerrPapa verlässt das Haus wenn wir noch schlafen und kommt erst am späten Nachmittag wieder Heim. Den größten Teil des Tages gibt es also nur uns drei und einer ist auf den anderen angewiesen.
Manchmal plagt mich schon mein schlechtes Gewissen, wenn ich sie mal wieder wecken musste, weil die Bring- und Abholzeiten des großen Bruders mit ihren Schläfchen kollidieren. 




 
Aber ist all das überhaupt notwendig? Muss man sich immer so viele Gedanken machen und alles in Frage stellen??? Braucht man immer eine Liste, einen Plan? Muss man zu Allem und Jedem die Meinung so genannter Experten befragen und abwägen?
Wenn mich das Leben als Zweifach-Mutti eines gelehrt hat, dann ist es, dass die Antwort auf diese Fragen ganz eindeutig "NEIN!" lautet. 




 
Die schwierigste Lektion für mich war/ist, dass das Leben einfach nicht planbar ist - schon gar nicht mit Kindern. Es ist in 99,9% der Fälle ein flexibles Reagieren auf die Dinge die da auf einen zu kommen. 

Ach, wie habe ich meine To-Do-Listen und durchkalkulierten Pläne geliebt. Aber nachdem immer mindestens einer von beiden diese boykottiert, sei es durch Krankheit, durch eine eigene Meinung oder einfach nur durch schlechte Laune (die Jedem zuzugestehen ist), war es höchste Zeit sie über den Haufen zu werfen - sonst war ich am Ende immer die mit der schlechtenn Laune :). Wenn ich mal einen Tag lang überhaupt nichts produktives geschafft habe, weil es die Entwicklung des Junimädchen gerade erforderte sie zu einem  Kängurubaby (bei uns wird die Manduca auch liebevoll der Kängurubeutel genannt) zu machen, dann ärgert mich das mittlerweile nicht mehr ganz so sehr. Und wenn ich mal ein paar Minuten Freizeit habe, weil das Junimädchen gerade schläft, dann nutze ich diese lieber, um dem Minimann meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt dem vollen Wäscheständer oder dem nächsten Blogpost :). 



 
Eigentlich ist es doch alles ganz einfach, oder? Wenn man sich doch nur ganz auf sich selbst konzentrieren könnte... Aber nein.... Blöde Kommentare von Krankenschwestern können einem als frisch gebackene Mutti das so sehr gewünschte Stillen versauen, der ständige Vergleich mit anderen Müttern kann einem mächtig auf die Füße fallen und die ach so gut gemeinten Ratschläge aus Familie und Umfeld können einen in seinen Grundfesten ins Wanken bringen.
Dabei gibt es doch gar kein richtig und kein falsch. Weder in Vorbereitung auf das kleine Menschlein noch bei der Geburt, noch bei den 100.000 Dingen die im Laufe der Entwicklung auf einen zukommen. Man muss auf sich selbst hören und den Weg finden, der für einen selbst am besten ist. Und von diesem Weg darf man sich von nichts und niemandem abbringen lassen. Und das fällt mir persönlich beim zweiten Kind schon deutlich leichter. Man wächst an seinen Aufgaben und auch Fehler können zu diesem Wachstum beitragen. Denn egal was du tust, für DEIN Kind wirst immer DU die perfekte Mutti sein!!!!

Dankeschön fürs Lesen!!! 
Alles Liebe und einen wundervollen Start in ein Wochenende mit ganz viel Zeit zum Mamisein,
Euer FräuleinMutti Rebekka


 



PS: Die drei Hosen (Schnitt von hier) die ihr auf den Bildern seht sind übrigens so ein ganz tolles Beispiel: Zugeschnitten habe ich sie schon im September letzten Jahres und der Blogpost war für spätestens Dezember geplant. Fertig geworden ist die letzte Hose schlussendlich vor einer Woche. Ein Glück machen die von mir so über alles geliebten Mitwachshosen ihrem Namen alle Ehre. Zwar sitzt die Hose mit dem tollen Butterfly Women von Enemenemeins auf den Fotos von letzter Woche schon deutlich straffer als die mit den Eichhörnchen auf den Bildern von Oktober, aber passen tun sie alle drei noch :)

PPS: Falls ihr Lust habt, schaut doch mal HIER auf meinem letzten Blogpost vorbei - es gibt was tolles zu gewinneeeeeennnn :))



Kommentare:

  1. Geht mir ganz genauso. Töchterchen ist 7, söhnchen 3 wochen. Ständig kreisen die Gedanken, wie ich allen gerecht werde. Und alle geben gute Ratschläge, die ich nicht hören will. Vertrauen in dich das ist es....aber es ist schwer

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  2. Diese Erkenntnis ist super. Minimann und junimädchen werden viel zu schnell gross und die ZEIT BEKoMMT MAN NICHT WIEDER. Aber Stoff und Wolle können warten.

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Danke, dass ihr mir das Gefühl gebt hier keine Selbstgespräche zu führen :)